Was ist darunter zu verstehen?

Crosslinking (Härtung des Gewebes) ist ein alte Art zur künstlichen Änderung der Eigenschaften von verschiedensten menschlichen Gewebstypen. Es werden neue neue Bindungen innerhalb und zwischen den Gewebsketten geschaffen. Das Gewebe ]wird dadurch härter und belastbarer.

 

wer wird behandelt?

Patienten mit Keratokonus (Erweichen und Vorwölbung der äußersten klaren Schicht des Auges). Ursache des Keratokonus: eine erblich bedingt zu weiche Außenschicht (Hornhaut) des Auges.

Keratokonus

Nutzen ?

Eine fortschreitende Erweichung der Hornhaut wird stabilisiert. Die Behandlung hat einen Effekt von bis zu 10 Jahren. Danach muß die Behandlung wiederholt werden.

richtiger Zeitpunkt?

Besonders frühzeitig sollte bei Kindern und Jugendlichen begonnen werden. Hier sollte die Behandlung schon bei Diagnosestellung und Visusherabsetzung erfolgen.

Bei Erwachsenen mit frühen Stadien eines Keratokonus sollte alle 6-12 Monate eine Oberflächenmessung (Topographie) der Hornhaut erfolgen.Bei einer Zunahme des Astigmatismus, der Achsdrehung und Änderung der Irregularität der Augenoberfläche  oder Abnahme des Radius der korrigierenden Kontaktlinse sollte eine Behandlung (Crosslinking) erfolgen.

Die Therapie des Keratokonus bei Erwachsenen besteht im Tragen von formstabilen harten Kontaktlinsen (Stabilisierung der Form der Hornhaut -ähnlich eines Korsetts). Das Crosslinking (Härtung der Hornhaut) wird angewandt, wenn die Erweichung der Hornhaut trotz des Tragens von Kontaktlinsen weiter fortschreitet.

 

wann darf keine Behandlung erfolgen?

Eine Vernetzung (Crosslinking der Hornhaut) ist nur bis zu einer bestimmten Brechkraft des Auges (59 Dioptrien) sinnvoll. Auch vom Alter her gibt es eine Grenze. So nehmen ab einem Alter von über 35 Jahren die Komplikationen als Folge der Behandlung zu.

Komplikationen?

Die Rate von unerwünschte Nebenwirkungen der Behandlung liegt bei unter 3 Prozent. Dabei handelt es sich um verzögerte Wundheilungen oder geringe vorübergehende Trübung des behandelten Hornhautareals.

Kosten ?

Die Kosten der Behandlung werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Die Kosten der Untersuchung werden nur zum Teil von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse?

mindestens eines der folgenden Kriterien eine Progredienz innerhalb der letzten 12 Monate vor Indikationsstellung zur Hornhautvernetzung festgestellt wurde:

- Zunahme der maximalen Hornhautbrechkraft um ≥ 1 dpt,
– Zunahme des durch die subjektive Refraktion bestimmten Astigmatismus um ≥ 1 dpt,
–Abnahme der Basiskurve der bestsitzenden Kontaktlinse um ≥ 0,1 mm

und die mittels Hornhauttomographie bestimmte Hornhautdicke an der dünnsten Stelle bei Beginn der Therapie mindestens 400 µm beträgt.